Leistung · Migration

VMware zu Proxmox migrieren, ohne Blindflug

Das Lizenzmodell hat sich geändert, die Rechnung auch. Wir planen den Umstieg in Etappen, mit Feature-Mapping, gerechneten Wartungsfenstern und einem Rückfallplan für jede Etappe.

Kurz erklärt. Proxmox VE = quelloffene Virtualisierungsplattform auf Basis von KVM und LXC, ohne Lizenzzwang nutzbar. Live Migration = eine laufende VM zieht ohne Abschalten auf einen anderen Host um. Ceph = verteilter Storage, der die Rolle von vSAN übernimmt. PBS = Proxmox Backup Server, dedupliziert und inkrementell.
Ausgangslage

Warum das Thema jetzt auf dem Tisch liegt

Seit der Übernahme von VMware durch Broadcom ist das Lizenzmodell umgestellt: Dauerlizenzen sind durch Abonnements ersetzt, das Produktportfolio auf wenige große Bündel eingedampft, und abgerechnet wird nach Kernen statt nach Sockeln. Wer vorher gezielt einzelne Komponenten lizenziert hat, kauft jetzt Pakete mit, die er nicht braucht.

Was das praktisch bedeutet

Drei Effekte, die wir immer wieder sehen

  • Kleine Umgebungen zahlen anteilig am meistenDie Mindestabnahmen und die Bündelung treffen Cluster mit wenigen Hosts härter als große Landschaften, weil sich der Sockelbetrag auf weniger Last verteilt.
  • Planbarkeit geht verlorenAbonnements verlagern die Kosten von einer einmaligen Investition in eine wiederkehrende Position, deren Höhe beim nächsten Vertragszyklus neu verhandelt wird.
  • Der Ausstieg wird teurer, je länger man wartetJeder weitere Vertragszyklus bindet Budget, das für die Migration selbst fehlt. Wer den Umstieg plant, plant ihn am besten vor der nächsten Verlängerung.
migration · etappe 02
quelleesxi 8.0
zielpve 9
vms.geprueft37 / 37
rollbackbereit
$ qm importovf 137 vm.ovf
Feature-Mapping

Was unter Proxmox an die Stelle tritt

Der Funktionsumfang ist vergleichbar, die Bedienung nicht identisch. Diese Tabelle ist der Kern jeder Migrationsplanung, weil sie zeigt, wo ein Eins-zu-eins-Ersatz existiert und wo eine Betriebsroutine umgestellt werden muss.

VMwareProxmoxWas sich im Betrieb ändert
vMotionLive MigrationGleiches Prinzip, laufende VM zieht ohne Abschalten um. Voraussetzung ist geteilter Storage oder lokale Replikation.
vSANCephCeph braucht mindestens drei Hosts, sinnvoll ab sechs. Die Kapazitätsrechnung ändert sich: dreifache Replikation lässt ein Drittel der Rohkapazität nutzbar.
VDP / vSphere-BackupProxmox Backup ServerInkrementell und dedupliziert, mit eigenem Server. Aufbewahrung und Restore-Tests werden dort neu konfiguriert.
DRSHA-Groups und Scheduling-RegelnKein direktes Gegenstück. Lastverteilung wird über Gruppen und Prioritäten geregelt statt automatisch ausbalanciert.
vCenterCluster-WebinterfaceJeder Node bringt die Oberfläche mit, es gibt keine separate Management-VM, die selbst ausfallen kann.
VMFSZFS, LVM-Thin oder Ceph RBDDie Wahl fällt beim Zielentwurf. ZFS liefert Prüfsummen und Snapshots, Ceph die Verteilung über Hosts.
VMware ToolsQEMU Guest AgentMuss in jedem Gast getauscht werden. Das ist der häufigste Grund für Nacharbeit nach dem Umzug.
Ablauf

Vier Etappen statt eines Stichtags

Ein Big Bang ist bei Virtualisierung selten nötig und immer riskant. Wir ziehen in Wellen um, jede mit eigenem Wartungsfenster und eigenem Rückfallplan.

01

Bestandsaufnahme

Inventar aller Hosts, VMs, Datastores, Netze und Abhängigkeiten. Dabei fällt auch auf, was gar nicht mitmuss: Karteileichen, doppelte Testsysteme, abgeschaltete Altlasten.

02

Zielentwurf

Storage-Entscheidung, Netzwerktopologie, Backup-Konzept und die Reihenfolge der Wellen. Unkritische Systeme zuerst, damit die Routine sitzt, bevor es die produktiven trifft.

03

Migration in Wellen

Je Welle umziehen, Guest Agent tauschen, Funktion prüfen, Backup verifizieren. Die alte Umgebung bleibt bis zur Abnahme der Welle unangetastet und aufnahmebereit.

04

Abnahme und Betrieb

Monitoring, Alarmierung und Runbooks auf die neue Plattform ziehen, Restore einmal echt testen, dann die alten Lizenzen abbestellen. Auf Wunsch übernehmen wir den Betrieb.

Downtime

Was ein Wartungsfenster wirklich bestimmt

Die Ausfallzeit je Maschine ist keine Erfahrungssache, sondern eine Division: Wie viele Daten müssen kopiert werden, und wie schnell ist der Pfad dazwischen. Deshalb hier die Rechnung statt eines Versprechens.

Belegter Speicher der VMüber 1 GbE
~110 MB/s
über 10 GbE
~1,1 GB/s
über 25 GbE
~2,8 GB/s
50 GB~8 min~1 min< 1 min
200 GB~30 min~3 min~1 min
500 GB~76 min~8 min~3 min
2 TB~5 h~30 min~12 min
So ist gerechnet. Belegter Speicher geteilt durch die praktisch erreichbare Nettorate der jeweiligen Anbindung, gerundet. Das ist reine Arithmetik für eine Kaltmigration, keine Zusage: Der tatsächliche Durchsatz hängt an Quell- und Ziel-Storage, an der Auslastung während des Fensters und daran, ob parallel weitere Maschinen umziehen. Verbindliche Fenster legen wir nach der Bestandsaufnahme fest, wenn Datenmengen und Pfade bekannt sind.
Zwei Wege verkürzen das Fenster deutlich: Eine Vorabkopie im laufenden Betrieb mit anschließendem Abgleich reduziert die eigentliche Umschaltzeit auf wenige Minuten, unabhängig von der Gesamtgröße. Und Maschinen, die ohnehin ein regelmäßiges Wartungsfenster haben, ziehen darin um, ohne dass zusätzliche Ausfallzeit entsteht.
Kostenrahmen

Was die Migration kostet

Wir rechnen paketweise statt nach Aufwand, damit vor dem Start feststeht, woran du bist. Die Größe der Umgebung bestimmt den Preis, nicht die Zahl der Rückfragen.

PositionPreis nettoWofür
Basis je migriertem Host269 €Aufnahme, Zielkonfiguration und Inbetriebnahme des einzelnen Hosts
Je angefangene 150 virtuelle Maschinen179 €Umzug, Guest-Agent-Tausch und Funktionsprüfung der Maschinen
BeispielumgebungHostsVMsRechnungGesamt
Kleiner Cluster3603 × 269 + 1 × 179986 €
Mittlere Umgebung83008 × 269 + 2 × 1792.510 €
Große Landschaft2090020 × 269 + 6 × 1796.454 €
Was nicht enthalten ist. Neue Hardware, sofern welche gebraucht wird, kalkulieren wir getrennt. Dasselbe gilt für einen Storage-Neubau mit Ceph oder ZFS und für den laufenden Betrieb danach, der ab 750 € im Monat beginnt. Den genauen Zuschnitt legen wir nach der Bestandsaufnahme fest.
Risiken

Was schiefgehen kann und was wir dagegen tun

Eine Migration ohne Risikoliste ist keine Planung, sondern Hoffnung. Diese vier Punkte sind die, die in der Praxis Projekte kosten.

Der Gast startet nicht

Treiber und Guest Agent unterscheiden sich. Windows-Maschinen brauchen den VirtIO-Treiber vor dem Umzug, sonst findet das System seine Platte nicht.

AbsicherungTestwelle zuerstRollback bereit
🔒

Lizenzen hängen an der Hardware

Software im Gast, die an Host-IDs oder MAC-Adressen gebunden ist, verweigert nach dem Umzug den Dienst. Das fällt sonst erst im Produktivbetrieb auf.

AbsicherungInventar vorabHersteller klären
💾

Das Backup passt nicht mehr

Die alte Backup-Kette endet mit der alten Plattform. Wer erst nach der Migration daran denkt, hat eine Lücke in der Aufbewahrung.

AbsicherungPBS vor Welle 1Restore-Test

Der Storage-Entwurf trägt nicht

Ceph unterhalb seiner Mindestgröße liefert weniger Leistung und weniger Sicherheit als der einzelne Server davor. Die Entscheidung fällt vor der ersten Welle.

AbsicherungSizing vorabZFS als Option
Wie die Storage-Entscheidung ausgeht, hängt an der Clustergröße. Die Rechnung dazu steht ausführlich im Deep Dive Ceph oder ZFS: ab wann sich Scale-out wirklich rechnet. Wer nach der Migration feststellt, dass der Cluster voll ist, obwohl nichts arbeitet, findet die Erklärung unter Container statt VM.
Häufige Fragen

Was vor dem Umstieg gefragt wird

Was kostet eine Migration von VMware auf Proxmox?+

269 Euro je migriertem Host plus 179 Euro je angefangene 150 virtuelle Maschinen, jeweils netto. Ein Cluster mit drei Hosts und 60 VMs liegt damit bei 986 Euro, eine Umgebung mit acht Hosts und 300 VMs bei 2.510 Euro. Hardware und Storage-Neubau werden getrennt kalkuliert.

Wie lange fällt eine einzelne VM aus?+

Das ist eine Division aus belegtem Speicher und Nettorate der Anbindung. 200 GB brauchen über 10 GbE rund drei Minuten, über 1 GbE rund eine halbe Stunde. Mit Vorabkopie im laufenden Betrieb sinkt die eigentliche Umschaltzeit auf wenige Minuten, unabhängig von der Gesamtgröße.

Was ersetzt vMotion, vSAN und die VMware-Backup-Lösung?+

vMotion entspricht der Live Migration, vSAN wird durch Ceph ersetzt, die Backup-Lösung durch den Proxmox Backup Server mit inkrementellen Sicherungen und Deduplizierung. DRS hat kein direktes Gegenstück, seine Aufgabe übernehmen HA-Groups und Scheduling-Regeln. Der Funktionsumfang ist vergleichbar, die Bedienung nicht identisch.

Müssen wir neue Hardware kaufen?+

In vielen Fällen nicht. Proxmox läuft auf derselben Hardware, auf der vorher ESXi lief, sofern sie nicht ohnehin am Ende ihres Lebenszyklus steht. Wir bewerten die vorhandenen Systeme in der Bestandsaufnahme. Neue Hardware wird nur dort vorgeschlagen, wo Kapazität oder Alter es erzwingen.

Was passiert, wenn eine Welle scheitert?+

Die alte Umgebung bleibt bis zur Abnahme jeder Welle unangetastet und aufnahmebereit. Scheitert eine Welle, laufen die betroffenen Maschinen dort weiter, während die Ursache geklärt wird. Deshalb ziehen unkritische Systeme zuerst um: damit die Routine sitzt, bevor es produktive Maschinen trifft.

Brauchen wir zwingend Ceph?+

Nein. Ceph ersetzt vSAN, lohnt sich aber erst ab etwa sechs Hosts und braucht mindestens drei. Kleinere Cluster fahren mit ZFS und Replikation oft besser und günstiger. Welche Variante passt, entscheidet der Zielentwurf anhand von Clustergröße, Kapazitätsbedarf und Verfügbarkeitsanspruch.

Rechnet sich der Umstieg für euch?

Schick uns die Eckdaten: Anzahl Hosts, Anzahl VMs, belegter Speicher. Wir sagen dir, was die Migration kostet und wie lange sie dauert, bevor du irgendetwas entscheidest.